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Abenteuerreisen im Bulli Kunterbund

Wir bereisen diese Welt, wie sie uns gefällt!

Hallo, schön, dass du den Bulli Kunterbund besuchst. Kunterbund mit "D"? Keine Sorge, es ist kein Schreibfehler, sondern eher ein künstlerisches Mittel, welches auf unseren Namen hinweißt. Das "D" steht also für uns, die Dittrich`s. In unserem Fall ist der Bulli Kunterbund ein VW T6 Bus mit Hochdach und einem Wohnmobielausbau der Firma Dipa. Der Bus ist unser fünftes Familienmitglied und wird von uns abgöttisch geliebt.

 

Seitdem mein Mann und ich auf den Bus gekommen sind, haben wir einige Reisen durch Europa unternommen. Als wir 2015 das erste Mal Eltern wurden, hat sich unser Busleben grundlegend verändert und jetzt, wo wir zu viert sind, mussten wir uns nochmal ganz neu orientieren. Aber eins ist unverändert geblieben, unsere Liebe zum „Draußen sein“ mit dem Bus. Wir sind unendlich dankbar, dass unsere Kinder an all´dem  Teil haben können.

 

Was wir auf unseren Busreisen mit unseren Kids erleben, welche Entdeckungen wir besonders empfehlen und welche wir nicht wiederholen werden, möchte ich hier mit dir teilen.

 
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  • Marie Dittrich

Das Busuniversium - Leben auf ganz engen Raum


Unser Bus ist auf unseren Reisen alles, Küche, Schlafzimmer, Badezimmer und manchmal auch Spielplatz. Und nun stelle dir vor: Es regnet in Strömen, die Temperaturen liegen bei gefühlten -10 Grad und man sitzt zusammen mit zwei Kindern in einem ca. 7 m² großen Raum. Jetzt spitzen wir die ganze Szene noch etwas zu. Stelle dir also vor, dass der Regen schon 12 Stunden anhält. Einige werden jetzt wohl denken:“ Ich stehe nicht auf Horrorfilme.“ oder „Wer auf Schmerzen steht…“.



Okay, zugegeben, der perfekte Outdoortag sieht auch bei uns anders aus, aber davon haben wir uns noch nie unterkriegen lassen. Bereits als wir noch zu zweit mit unserem alten Busi gereist sind, war schlechtes Wetter an manchen Tagen ein kleines Problem. Aus heutiger Sicht betrachtet lag das aber tatsächlich an der Falschen Ausrüstung und Herangehensweise. Bei unseren ersten Reise hatten wir nur sehr begrenzte Outdoorkleidung, was bedeutet, dass wir ausgerüstet mit Softshelljacken und einem Regenschirm versucht haben, bei Regen, ca. 1300 Höhenmeter, vom Val die Baranci, auf die Birkenschatl zu gelangen. Das hat natürlich nicht geklappt und hat darin geendet, dass wir im Sturmschritt ca. 1000 Höhenmeter zurück geeilt sind, um nicht vom Gewitter getroffen zu werden, was bei der Kammüberschreitung auf uns wartete.


Zwei Dinge haben wir aus dieser Szenario mitgenommen, eine witzige Geschichte, die wir wahrscheinlich noch unseren Enkeln erzählen werden und die Erkenntnis, dass gute Vorbereitung und die richtige Ausrüstung enorm wichtig sind. Für den Outdoorurlaub mit den Kids bedeutet das, Matschehose und Gummistiefel nicht vergessen und auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Auf unseren Reisen kam es des Öfteren vor, dass es gleich mehrere Tage am Stück durchgeregnet hat. Zu Zweit haben wir die Zeit zum Lesen, Routen recherchieren, Sideseeing, Ortskontrollfahrten, Einkaufen gehen, Zweisamkeit und Reisetagebuch führen genutzt. Mit Kindern haben sich einige dieser Vorgehensweisen natürlich nicht bewehrt.



Regen ist auch nicht gleich Regen. Da gibt es den warmen Sommerregen, den man, trotz der Nässe von oben, zum Baden im See oder im Fluss, zum Steine sammeln und in die nächste Pfütze zu werfen, bevor man in die Selbige hinein springt, nutzen kann. Und dann gibt es noch diesen wirklich fiesen, kalten und matschigen Regen, der uns keinen einzigen Schritt nach Draußen machen lässt. Und genau dieser Regen ist der große Outdoorreisenkiller, wo wir quasi in unserem Lieblingsreich gefangen sind. Für solche Tage ist es wichtig, 1. die Nerven nicht zu verlieren, 2. gut strukturiert zu sein, oder 3. gute Ausweichmöglichkeiten zu haben.


Unser Merlin-Bus ist so strukturiert, dass die Große ihr Reich im Hochdach hat, wo sie momentan noch die einzige Prinzessin ist. Doch bereits im nächsten Urlaub soll auch der kleine Prinz mit ins Hochdachreich ziehen. Bisher muss sich der Kleine mit seinem kleinen Hängebettchen, zwischen Fahrersitz und Lenkrad zu frieden stellen. Jedoch wurde ihm sein Bettchen schon im letzten Jahr allmählich zu klein. Das heißt aber auch, dass sehr bald die doppelte Menge an Spielzeug im Hochdach Platz finden muss. Insgesamt versuchen wir den Kindern alle Freiheiten zu ermöglichen, die sie zuhause vorfinden. Oftmals herrscht deshalb ein heilloses Durcheinander im Bus. Puzzelteilchen, Bausteine, Plüschtiere und diverse Prinzessinnenkeidungsstücke liegen überall herum.



Ich versuche genau dieses Chaos in den Griff zu bekommen, um in unseren 7 m² den Überblick zu behalten, während mein Mann sich im kindlichen Durcheinander pudelwohl fühl und dieses mit seinen eigenen Habseligkeiten zusätzlich ergänzt. Mein Mann und ich nächtigen auf der ausklappbaren Rücksitzbank, was bedeutet, dass wir unser Lager und unsere Sachen täglich zwei Mal täglich hin und her räumen müssen, sodass wir Tagsüber trotzdem Platz zum Essen und Spielen haben. Insgesamt muss jeder Handgriff sitzen und wir müssen immer wissen, wo wir die Dinge die wir brauchen hingeräumt haben. Gerade wenn wir Stunden lang auf engsten Raum zusammen sitzen ist es sehr wichtig, damit das Konfliktrisiko so gering wie möglich gehalten wird. Wenn wir beispielsweise nicht in wenigen Minuten das Lieblingsbuch finden würden, was genau in diesem Moment lebenswichtig ist, wird die Stimmung schnell explosiv. Natürlich können wir es unseren Kindern nicht immer recht machen, aber besonders an diesen schwierigen Tagen hilft es ungemein gut vorbereitet zu sein.



Auch unser aktueller Standort wirkt sich auf unsere Busorganisation aus. Befinden wir uns auf einen Campingplatz fahren wir einfach die Markise aus und alles was wir nicht im Bus gebrauchen können, wie zum Beispiel Schuhe, die Abwaschschüssel, oder was in dem Moment einfach im Weg ist, fliegt vor die Tür. Zusetzlich ermöglicht uns die Markise, dass wir draußen essen und spielen, wenn es die Temperaturen zulassen. Allerdings befinden wir uns nicht immer auf einem Campingplatz und dann heißt es tatsächlich, dass sich alles im Bus abspielt.


Nicht auf einem Campingplatz zu sein heißt, dass wir streng genommen wild campen, allerdings nutzen wir eine Grauzone – wir parken! Wildcamping ist verboten und parken nicht. Und genau das ist der große Unterschied. Wanderparkplätze, abgelegenen Parkbuchten und alle Standorte, wo wir uns wohlfühlen und wo das Parken über Nacht nicht ausdrücklich verboten ist, dienen uns als Aufenthaltsmöglichkeiten. Ohne unsere Kinder sind wir ausschließlich auf diese Weise unterwegs, aber mit den Kids versuchen wir ungefähr alle drei Tage auf einen Campingplatz zu fahren, um die Hygienestandarts wieder etwas auf Vordermann zu bringen und, um das Trinkwasser und unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Aber insgesamt ziehen wir das Parken, dem Campingsplatzleben vor. Diese Vorgehensweise ist auch bei weitem kein Geheimnis mehr. Auf manchen schönen Parklätzen ist an manchen Tagen mehr Betrieb, als auf einem offiziellen Campingplatz. Seidem es sogar Apps gibt, die das Aufspüren von übernachtungsfähigen Parkplätzen erleichtet, sind einige Plätze quasi überlaufen. Das Parken auf solchen Plätzen setzt normalerweise ein paar ungeschriebene Gesetze bzw. Benimmregeln voraus. Das heißt, dass man nicht die Markise ausfährt, die Wäscheleine positioniert, die Liegestühle herausholt und schon gar nicht seinen Müll überall herum liegen lässt.



Leider halten sich nicht alle Parker daran. Was uns oftmals ganz schön wütend macht und den ein oder anderen Ordnungshüter auf den Plan ruft, aber das ist einen andere Geschichte. Wir reisen und parken nach dem Motto: „Zerstöre nicht was du liebst, mit dem was du tust“ und daher parken wir, räumen nur das nötigste raus, räumen alles, sobald wir schlafen gehen wieder in den Bus und nehmen all´ unseren Müll wieder mit, wenn wir weiterziehen.


Die Fahrten zwischen den Standorten nutzen wir gleichzeitig für die Gestalltung von potenziellen Regentagen. Wir sehen beim Fahren nicht nur aus dem Fenster und bestaunen die Landschaft und die Umgebung. Nein, wir halten instinktiv die Augen offen, um uns alle Höhlen, Grotten, Freizeitparks, oder sonstige Schlechtwettervarianten vorzumerken und bei Gelegenheit wieder auszupacken. Kinder lieben solche Orte. Ohne Kinder haben wir uns solche Orte so gut wie nie angeschaut. Die einzigen Schlechtwettervarianten, die wir zu zweit außerhalb unseres Buses besucht haben, waren die Messner Mountain Museum von Reinhold Messner im südtiroler Raum. Aber mit Kindern ist das anders. Unsere Große hat uns daran erinnert, wie schön, geheimnisvoll und aufregend solche Orte sein können. Und da wir eh mindestens einmal in eine Höhle, mit der Seilbahn, oder andere Tourieinrichtungen besuchen werden, können wir dies auch geschickt an einem dieser Tage machen, wo wir ansonsten eh nichts unternehmen könnten.



Bisher muss sich unsere Art zu reisen für dich wirklich schwierig anhören - das ist es aber nicht. Wir lieben die Nähe zueinander. Diese Art der Nähe, die es ermöglicht uns ganz und gar auf die Familie zu fokussieren und alle anderen Dinge der Welt vollkommen auszuschließen. Sobald der Regen dann aufgehört hat, haben wir das größte Freilichthotel der Welt. Egal wo wir sind, ob auf dem Campingplatz, oder in der freien Natur, unsere 7 m² vergrößern sich in diesem Moment auf eine gefühlte Unendlichkeit. Die Große kann rennen, springen, Fahrrad fahren, sich im Dreck wühlen und der Kleine robbt durch den Sand und träumt davon, auch einmal mit seiner Schwester um die Wette zu rennen. Und am Abend, wenn die Kids endlich schlafen, können wir unter dem weiten Sternenhimmel reden, das ein oder andere Glas Wein trinken und den Abend in Zweisamkeit genießen.

Es ist wundervoll, unsere Kinder in der Natur herum springen bzw. den Kleinen davon träumen zu sehen mit dem Bewusstsein, dass unsere Kinder genau das genießen, was wir bereits vor ihnen geliebt haben.

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